Werbung in KI-Assistenten 2026: ChatGPT, Google AI Mode, Copilot
Werbung in KI-Assistenten (Stand Oktober 2026): ChatGPT Ads, Google AI Overviews und AI Mode, Copilot, Amazon. Status, Targeting, Grenzen, Checkliste.

Vor einem Jahr meinte „KI-Werbung“ meistens Werbung, die mit KI gemacht wurde. Heute meint sie auch Werbung in KI-Antworten: ein gesponsertes Produkt unter einer ChatGPT-Antwort, eine Shopping-Anzeige in einer Google AI Overview, ein hervorgehobenes Angebot in einem Copilot-Gespräch. Für eine kleine Marke sind die Fragen ganz praktisch: Was davon kann ich buchen, brauche ich eine neue Kampagne, und was messe ich?
Seit mehr als 7 Jahren arbeite ich mit Meta-Werbetreibenden: zuerst habe ich pro Quartal 150 bis 280 Unternehmen zu Kampagnen, Pixel, Conversions API und Katalog-Setups beraten, danach zwei Teams mit bis zu 27 Meta Marketing Pros geleitet, die rund 4.500 Werbekonten betreut haben. Für diesen Artikel habe ich die offiziellen Ankündigungen und Hilfeseiten jeder Plattform gelesen und getrennt, was live ist und was noch getestet wird. Das ist der Stand von Oktober 2026, und er ändert sich schnell.
Die Kurzfassung
| Plattform | Wo Anzeigen erscheinen | Wie du buchst | Status (Okt. 2026) |
|---|---|---|---|
| ChatGPT (OpenAI) | Unter Antworten, klar gekennzeichnet, für Free- und Go-Nutzer | Self-Service-Werbemanager oder Partner; CPM, CPC, Conversion-Optimierung | Live in 89 Ländern; Self-Service in den gelisteten Märkten |
| Google AI Overviews | Über, unter und in der AI Overview | Bestehende Suche (Broad Match oder AI Max), Shopping, Performance Max | Darüber/darunter: 200+ Märkte. Innerhalb: Englisch, 12 Länder |
| Google AI Mode | Unter und eingebettet in AI-Mode-Antworten | Dieselben Kampagnen wie oben | Test in den USA |
| Microsoft Copilot | Anzeigen in Copilot-Antworten; Offer Highlights | Microsoft Advertising Suche, Shopping, Performance Max | Live; Offer Highlights für den Handel in englischsprachigen Märkten |
| Amazon (Alexa for Shopping, früher Rufus) | Gesponserte Prompts in Suchergebnissen und auf Produktseiten | Bestehende Sponsored Products und Sponsored Brands, CPC | Seit März 2026 allgemein verfügbar in den USA |
| Perplexity | Keine | Keine | Gesponserte Folgefragen eingestellt |
| Meta AI | Keine dokumentierte Werbeplatzierung | Nicht zutreffend | KI-Chats dienen als Werbesignal in Metas Apps |
Werbung in ChatGPT: der neueste Kanal, und zwar im Self-Service
OpenAI hat seinen Ansatz für Werbung im Januar 2026 vorgestellt und im Februar einen Pilot in den USA gestartet. Die Regeln gelten weiterhin: Anzeigen sehen nur eingeloggte Erwachsene in den Free- und Go-Tarifen (Plus, Pro und Enterprise bleiben werbefrei), sie stehen gekennzeichnet am Ende einer Antwort, beeinflussen die Antwort nicht, und Werbetreibende sehen die Gespräche nie. OpenAI hat außerdem erklärt, keine Anzeigen für Nutzer auszuspielen, die es für unter 18 hält, und auch nicht neben sensiblen oder regulierten Themen wie Politik.
Das Buchen ist deutlich einfacher geworden. Im Mai öffnete OpenAI einen Self-Service-Werbemanager als Beta und ergänzte CPC-Gebote neben CPM, kurz nachdem ein Pixel und eine Conversions API gestartet waren. Bis August kamen Conversion-Optimierung, Standort-Targeting und Custom Audiences hinzu. Am 21. Oktober 2026 folgte die Erweiterung um 26 weitere Länder, insgesamt 89, und laut OpenAI haben bereits mehr als 100.000 Werbetreibende Kampagnen geschaltet. Die Verfügbarkeitsliste zeigt Self-Service-Zugang unter anderem in den USA, Großbritannien, Deutschland und der Türkei, sofern die abgerechnete juristische Person in einem gelisteten Land sitzt.
Noch eingeschränkt: Sponsored Agents, bei denen Nutzer auf eine Anzeige klicken und mit dem eigenen KI-Agenten eines Unternehmens chatten, werden mit ausgewählten US-Werbetreibenden getestet, und die ChatGPT-Ads-App für Shopify ist für Händler mit Sitz in den USA. Du kannst außerdem die Textanpassung aktivieren, die deine Anzeigentitel und Beschreibungen an das Gespräch anpasst und übersetzt. Prüf vor dem Start, was eingeschaltet ist.

Google: AI Overviews sind live, der AI Mode ist noch ein Test
Laut Googles Hilfeseite zu Anzeigen und AI Overviews, dem klarsten offiziellen Dokument zum Thema, können Anzeigen über oder unter AI Overviews in allen 200+ Märkten erscheinen, in denen es AI Overviews gibt. Anzeigen innerhalb der AI Overview gibt es auf Englisch, mobil und am Desktop, in 12 Ländern: Australien, Indien, Indonesien, Kanada, Kenia, Malaysia, Neuseeland, Nigeria, Pakistan, den Philippinen, Singapur und den USA. Deutschland und die Türkei stehen nicht auf dieser Liste.
Was für das Setup zählt:
- Kein neuer Kampagnentyp. Text- und Shopping-Anzeigen aus bestehenden Such-, Shopping- und Performance-Max-Kampagnen sind berechtigt.
- Reine Keyword-Konten passen selten. AI Overviews erscheinen bei komplexen Fragen, auf die Werbetreibende kaum bieten. Google setzt deshalb Broad Match, AI Max für Suchkampagnen, Performance Max, Shopping oder dynamische Suchanzeigen voraus.
- Keine Kontrolle über die Platzierung. Du kannst AI Overviews weder gezielt ansteuern noch ausschließen, und es gibt kein separates Reporting; Anzeigen darin zählen als Top-Anzeigen.
- Sensible Branchen sind ausgeschlossen, etwa Erwachseneninhalte, Alkohol, Glücksspiel, Finanzen und Politik.
Der AI Mode hinkt einen Schritt hinterher. Auf der Google Marketing Live im Mai 2026 kündigte Google an, zwei neue Formate im AI Mode zu testen: Conversational Discovery Ads, bei denen Gemini das Creative rund um die konkrete Frage einer Person baut, und Highlighted Answers, bei denen eine passende Anzeige in einer Empfehlungsliste erscheinen kann. Beide enthalten eine unabhängige KI-Erklärung und behalten das Label „Gesponsert“. Außerdem kündigte Google KI-gestützte Shopping-Anzeigen für „die kommenden Monate“ und einen erweiterten Direct-Offers-Pilot an. Sieh Anzeigen im AI Mode als US-Test, nicht als Budgetposten für Europa.
Microsoft Copilot: Anzeigen aus deinen bestehenden Kampagnen
Anzeigen in Copilot kommen aus ganz normalen Microsoft-Advertising-Kampagnen; einen eigenen Copilot-Einkauf gibt es nicht. Im April 2026 führte Microsoft Offer Highlights ein, die Produktvorteile wie kostenlosen Versand oder Abholung im Geschäft in Copilot bringen. Sie sind für den Handel in englischsprachigen Märkten verfügbar, die Vorteile hinterlegst du im Microsoft Merchant Center. AI Max für Suchkampagnen, laut Microsoft ein wirksamer Weg zu Copilot Search und Copilot Answers, steht seit August allen Werbetreibenden zur Verfügung und ist bei neuen Suchkampagnen standardmäßig aktiv.
Copilot Checkout (Menschen kaufen direkt in Copilot, du bleibst der Händler, also Merchant of Record) ist eine Commerce-Funktion, keine Anzeige. Der Rollout in den USA begann im Januar 2026; Shopify-Händler dort wurden nach einer Opt-out-Frist automatisch aufgenommen.
Amazon: gesponserte Prompts in Alexa for Shopping
Wenn du in den USA auf Amazon wirbst, steckst du womöglich schon in einem KI-Werbeformat. Amazon hat Sponsored Products Prompts und Sponsored Brands Prompts am 25. März 2026 in den USA allgemein verfügbar gemacht. Bestehende Kampagnen werden automatisch aufgenommen, die Prompts entstehen aus deinen Produktseiten und Kampagnendaten, Klicks kosten deinen normalen CPC, und ein Prompts-Bericht zeigt Umsatz und ROAS pro Prompt. Im Mai 2026 wurde Rufus mit Alexa+ zu Alexa for Shopping zusammengeführt. Amazon hat Branded Conversations angekündigt, mehrstufige Markengespräche auf Basis der Sponsored Brands Prompts, ab Januar 2027 in den USA.
Perplexity und Meta AI: was es nicht gibt
Perplexity testete ab November 2024 in den USA gesponserte Folgefragen. Im Februar 2026 berichtete die Financial Times, dass sie eingestellt wurden und keine weitere Werbung geplant ist.
Meta hat keine Werbeplatzierung innerhalb von Meta AI dokumentiert. Was sich geändert hat: Seit dem 16. Dezember 2025 sind in den meisten Regionen die Interaktionen mit Meta AI ein Signal für die Inhalte und Anzeigen, die Menschen auf Facebook und Instagram sehen. Wer mit Meta AI übers Wandern chattet, sieht danach vielleicht Anzeigen für Wanderschuhe. Laut Meta werden Themen wie Religion, politische Ansichten und Gesundheit nicht für Werbung genutzt. Im Werbeanzeigenmanager ändert sich nichts; es ist ein weiteres Signal in der Auslieferung.
Targeting: Kontext statt Keywords
Den Moment wählst du nicht mehr selbst. Du lieferst Produkte, Anzeigen, Landingpages und Conversion-Daten, und das System entscheidet, welches Gespräch passt: ChatGPT ordnet Anzeigen dem aktuellen Gespräch zu, Google der Suchanfrage plus KI-Antwort, Amazon den Produktfragen der Käufer. Damit liegt die Arbeit an drei Stellen:
- Dein Produktfeed. Google rät Händlern, Beschreibungen, Preise, Aktionen, Versand und Rückgabe aktuell zu halten und genug Bilder und Videos zu liefern. Microsoft und Amazon bauen ihre KI-Formate aus derselben Art von Daten. Ein vager Titel mit fehlenden Attributen kann zu keiner detaillierten Frage passen.
- Deine Landingpage. Menschen kommen mit einer konkreten Frage, etwa „eine leise Espressomaschine für eine kleine Küche“. Der erste Bildschirm muss sie beantworten: für wen das Produkt ist, die wichtigsten Fakten, Preis und Lieferung.
- Deine Aussagen. KI-Systeme können deine Texte umschreiben oder erweitern (OpenAIs Textanpassung, AI Max bei Google und Microsoft). Gib ihnen klare, belegbare Fakten und prüf Markeneinstellungen und Ausschlüsse.

Grenzen bei Messung und Datenschutz
Rechne mit weniger Details. OpenAI liefert nur aggregierte Auswertungen, du siehst also nie, was jemand gefragt hat, und Google rechnet Anzeigen in AI Overviews in deine Top-Anzeigen-Zahlen ein. Tracking wird dadurch wichtiger, nicht unwichtiger: OpenAI hat ein eigenes Pixel und eine Conversions API, Microsoft nutzt UET, Google das eigene Conversion-Tracking. Wenn deine Kauf-Events nicht sauber sind, kann keines dieser Systeme optimieren. Wenn du in einer sensiblen oder regulierten Kategorie verkaufst, lies die Richtlinien jeder Plattform, bevor du Budget einplanst.
Bewerte KI-Platzierungen nach Kosten pro Kauf oder Lead und nach Neukunden, nicht nach der Klickrate.
Der Unterschied zu Meta- und Instagram-Werbung
Meta- und Instagram-Werbeanzeigen unterbrechen einen Feed. Niemand hat nach deinem Produkt gefragt, also muss das Creative das Scrollen stoppen. Diese Arbeit leisten Video und ein starker Hook, wie ich in meinem Guide zu KI-Video-Werbeanzeigen auf Meta und im Artikel über Metas Bild-zu-Video-Tool beschrieben habe.
Anzeigen in KI-Assistenten beantworten eine Frage, die jemand bereits gestellt hat. Sie verhalten sich wie Suchanzeigen: Die Intention ist da, und deine Aufgabe ist, die relevanteste und am besten beschriebene Option zu sein. Heute sind die Formate meist Text und Produktkarten, die weitgehend von der Plattform gestaltet werden. Das kann sich ändern: OpenAI testet ab Oktober 2026 in den USA ein visuelles Anzeigenformat während der Bildgenerierung.
Was du jetzt tun kannst: eine Checkliste
- Bring deinen Produktfeed in Ordnung, im Google und im Microsoft Merchant Center: Titel, Attribute, Preise, Versand, Rückgabe, Bilder.
- Öffne das Matching bei Google. Teste Broad Match oder AI Max für Suchkampagnen in einer Kampagne, lass Shopping oder Performance Max weiterlaufen und nutze Smart Bidding.
- Importiere in Microsoft Advertising, falls noch nicht geschehen: ein kleiner Schritt von Google aus und der Weg zu Copilot.
- Leg ein ChatGPT-Ads-Konto an unter ads.openai.com, prüf den Self-Service für dein Land und installiere Pixel oder Conversions API, bevor du Geld ausgibst.
- Fang klein an: ein festes Testbudget, ein oder zwei klare Angebote, Landingpages, die konkrete Fragen beantworten.
- Prüf KI-Umschreibungen und Markeneinstellungen, bevor du skalierst.
- Behalte dein Meta- und Instagram-Setup mit sauberen Pixel- und Conversions-API-Daten als Basis für die Nachfragegenerierung.
Meine Einschätzung
Werbung in KI-Antworten ist real, aber ungleich verteilt. ChatGPT lässt sich aus Europa am leichtesten testen, Anzeigen in Googles AI Overviews sind auf Englisch in 12 Ländern begrenzt, und Copilot erreichst du über Kampagnen, die du vielleicht schon laufen hast. Für eine kleine Marke ist die nützlichste Arbeit gerade kein neuer Kampagnentyp, sondern saubere Produktdaten, Landingpages, die echte Fragen beantworten, und Tracking, dem du vertrauen kannst.
Wenn du Unterstützung beim Feed, beim Tracking oder bei den Anzeigen selbst brauchst, schau dir meine Leistungen an oder schreib mir.
FAQ
Können kleine Unternehmen Werbung in ChatGPT schalten?
Ja. Der Self-Service-Werbemanager steht Unternehmen offen, die in gelisteten Ländern abgerechnet werden, darunter die USA, Großbritannien, Deutschland und die Türkei. Die Anzeigen erreichen nur Free- und Go-Nutzer.
Wie kommen meine Anzeigen in Googles AI Overviews und den AI Mode?
Über bestehende Suchkampagnen mit Broad Match oder AI Max, über Shopping oder Performance Max. Anzeigen innerhalb der AI Overviews laufen auf Englisch in 12 Ländern; Anzeigen im AI Mode sind ein US-Test.
Kann ich ein bestimmtes ChatGPT-Gespräch oder einen Prompt gezielt ansprechen?
Nein. OpenAI ordnet Anzeigen dem Kontext des Gesprächs zu; du steuerst Budget, Gebote, Standort-Targeting und Custom Audiences.
Verkauft Perplexity noch Werbung?
Soweit ich es prüfen konnte, nein. Im Februar 2026 berichtete die Financial Times, dass die gesponserten Folgefragen eingestellt wurden.
Ersetzen Anzeigen in KI-Assistenten die Werbung auf Meta und Instagram?
Nein. Sie erreichen Menschen, die bereits fragen; Meta und Instagram erzeugen Nachfrage im Feed. Teste KI-Platzierungen zusätzlich zu einem funktionierenden Setup.


