Metas neue KI-Bedingungen: Was Werbetreibende bis 20.11. prüfen sollten
Metas neue Commercial Terms gelten ab 20. November 2026 und machen Werbetreibende für KI-Funktionen verantwortlich. Was drinsteht, plus 20-Minuten-Check.

Meta aktualisiert die Bedingungen, denen jedes Unternehmen zustimmt, wenn es Anzeigen schaltet. Die wichtigste Änderung ist ein neuer Abschnitt namens „AI Features“ (KI-Funktionen), und kurz gesagt heißt das: Wenn Metas KI etwas in deiner Anzeige verändert oder erstellt, liegt das Risiko bei dir. Metas Vorschau der aktualisierten Commercial Terms nennt als Stichtag „Effective November 20, 2026“. Viele Medien hatten zuerst den 30. Oktober gemeldet; laut Unite.ai hat Meta den Termin verschoben, nachdem Verlage gegen eine separate Klausel zum Crawlen von Websites protestiert hatten. Gegenüber The Next Web sagte Meta, man wolle mehr Zeit, um zu erklären, was sich ändert und was nicht.
Es gibt keinen Button zum Anklicken und kein Formular zum Unterschreiben. Laut Vorschautext stimmst du den Bedingungen zu, wenn du Metas Produkte nach der Benachrichtigung über ein Update weiter geschäftlich nutzt, und die neue Version gilt ab dem 20. November. Die sinnvolle Frage lautet also nicht „Stimme ich zu?“, sondern „Weiß ich, welche KI-Funktionen gerade meine Anzeigen verändern?“
Seit über 7 Jahren arbeite ich mit Meta-Werbetreibenden: zuerst habe ich pro Quartal 150 bis 280 Unternehmen zu Kampagnen, Pixel, Conversions API und Katalog-Setups beraten, danach zwei Teams mit bis zu 27 Meta Marketing Pros geleitet, die rund 4.500 Werbekonten betreut haben. Außerdem produziere ich selbst KI-Videoanzeigen. Unten trenne ich, was in Metas eigenem Text steht und was berichtet wird, und zeige dir dann den Check, den ich vor dem 20. November machen würde. Vorab ein Hinweis: Das ist die Lesart eines Praktikers, keine Rechtsberatung.
Was in den aktualisierten Bedingungen steht (Metas eigener Text)
Alles in diesem Abschnitt stammt von der oben verlinkten Vorschauseite, Stand 29. Oktober 2026.
Der Abschnitt zu KI-Funktionen. Meta kann Produkte und Funktionen auf Basis von künstlicher Intelligenz, maschinellem Lernen und generativer KI anbieten, die dir helfen, die Produkte zu verstehen und zu nutzen, oder die Inhalte „optimize, enhance, or create“, also optimieren, verbessern oder erstellen. Weiter heißt es: „AI features may make mistakes and may not always produce accurate, complete, or suitable results.“ KI-Funktionen können also Fehler machen und nicht immer korrekte, vollständige oder passende Ergebnisse liefern. Du bist „solely responsible for“ diese Funktionen und die Inhalte, die sie erzeugen, und übernimmst „any and all risks“, einschließlich der Entscheidung, ob diese Inhalte für dein Unternehmen geeignet sind.
Der Satz zum Wasserzeichen. Im selben Abschnitt: „You must not alter or remove any watermark or content-authenticating metadata generated by AI in connection with Content.“ Du darfst also keine KI-generierten Wasserzeichen oder Metadaten zur Echtheitsprüfung verändern oder entfernen. Diesen Satz sollten KI-Video-Creator zweimal lesen (mehr dazu unten).
Tools von Drittanbietern. Du bist auch dafür verantwortlich, was Software oder Dienste von Drittanbietern tun, wenn du sie zusammen mit Metas Business-Produkten nutzt. Wenn ein Agentur-Tool oder ein KI-Agent deine Kampagnen über Metas Systeme bearbeitet, geht auch das auf deine Kappe.
Crawling. Im Lizenzabschnitt erlaubst du Meta oder einem Unternehmen, das in Metas Auftrag handelt, mit automatisierter Software wie Bots und Crawlern auf die Domains, Webseiten und URLs zuzugreifen, sie zu indexieren, zwischenzuspeichern, zu erfassen und zu crawlen, die mit deinen Produkten oder Leistungen verbunden sind oder über deine Nutzung oder die Nutzung durch andere von Metas Produkten verfügbar gemacht werden.
Zusammenlegung. Metas Hinweis im Hilfebereich trägt den Titel „Streamlining Meta’s Commercial Terms, Product Catalog Terms, Self-Serve Ad Terms and Ad Creative Generative AI Terms“. Mehrere separate Dokumente werden zu wenigen zusammengeführt.
Deine Optionen. Die Vorschau ist unmissverständlich: „If you do not agree to the updated terms, you may stop all access or use of our Products for business or commercial purposes.“ Wer nicht zustimmt, kann also nur aufhören, Metas Produkte geschäftlich zu nutzen. Für Unternehmen in den USA enthält der Abschnitt zu Streitigkeiten außerdem eine Schiedsklausel. Um sie abzuwählen, musst du Meta innerhalb von 30 Tagen nach der ersten Annahme einer Version mit dieser Klausel an seine Postanschrift in Menlo Park schreiben.
Was sich gegenüber der alten Formulierung geändert hat
Hier stammen die Quellen aus der Fachpresse, nicht von Meta. PPC Land berichtet unter Berufung auf Adweek, dass die früheren Bedingungen für generative KI in Anzeigen galten, wenn Werbetreibende sich entschieden, Metas KI-Tools „in your sole discretion“ zu nutzen, also nach eigenem Ermessen. Der neue Abschnitt enthält keine solche Bedingung und liest sich daher so, als gelte er für KI-Funktionen allgemein, auch für solche, die Meta standardmäßig einschaltet.
Metas Position laut Berichten: Das Update führe die Bedingungen für generative KI in Anzeigen in die Hauptbedingungen über, und Werbetreibende könnten einzelne Advantage+ Funktionen im Werbeanzeigenmanager ausschalten. Laut PPC Land hat Meta die Frage nicht direkt beantwortet, ob Werbetreibende für eine Funktion haften, die sie nie eingeschaltet haben.
Der Fall, der das Thema in die Nachrichten brachte: Bookshop.org schrieb auf Threads, dass einer seiner Anzeigen eine KI-generierte Illustration hinzugefügt wurde, nachdem ein automatisches Konto-Update es für eine generative KI-Funktion angemeldet hatte. Laut Adweek hat Bookshop.org seitdem alle KI-Anzeigenfunktionen von Meta ausgeschaltet.
| Klausel | Was im Text steht | Was ich tun würde |
|---|---|---|
| KI-Funktionen | KI kann Fehler machen; du trägst das Risiko für ihr Ergebnis | Wissen, welche Optimierungen pro Anzeige aktiv sind |
| Wasserzeichen und Metadaten | KI-Wasserzeichen oder Content Credentials nicht verändern oder entfernen | Keine Metadaten aus KI-Creatives entfernen |
| Tools von Drittanbietern | Du haftest für Tools, die du verbindest | Jede App und jeden Agenten mit Zugriff auf dein Werbekonto auflisten |
| Crawling | Meta darf Domains crawlen, die mit deinem Unternehmen verbunden sind | Preise und Produktseiten korrekt halten |
| Nicht zustimmen | Deine Option ist, die Produkte nicht mehr geschäftlich zu nutzen | Für die meisten unrealistisch; stattdessen die Einstellungen steuern |

Welche KI-Funktionen deine Anzeigen verändern können
Metas Seite zu Advantage+ creative listet die Optimierungen auf. Je nach Format und Platzierung können sie Textvarianten generieren, Helligkeit und Kontrast anpassen, Bildhintergründe erweitern oder ersetzen, Musik hinzufügen, Overlays einblenden, Text übersetzen, Bilder in Videos verwandeln und Produkt-Browsing hinzufügen. Einiges davon ist nützlich. Videos aus deinen Standbildern, über die ich in Metas Bild-zu-Video-Anzeigen geschrieben habe, können ein günstiger Weg sein, Bewegung zu testen. Produkt-Browsing, das Meta laut Berichten ab dem 28. Oktober zu bestehenden Anzeigen hinzugefügt hat (siehe meinen Artikel zum Produkt-Browsing), verändert, wo ein Klick landet.
Der gemeinsame Nenner: Diese Funktionen verändern, was Nutzer sehen, nachdem du die Anzeige freigegeben hast. Nach der neuen Formulierung gehört dieses Ergebnis dir.
Ein 20-Minuten-Check vor dem 20. November
1. Standardeinstellungen auf Kontoebene prüfen. Laut Praxisberichten können Werbekonten Standardeinstellungen für Creative-Funktionen haben. Such in den Einstellungen deines Werbekontos nach Creative- oder Advantage+ Standards und notier, was aktiv ist. Findest du in deinem Konto keine solche Einstellung, geh direkt zu Schritt 2.
2. Deine Anzeigen mit dem höchsten Budget einzeln öffnen. Öffne im Werbeanzeigenmanager die Anzeige, geh zum Bereich Advantage+ creative und klick auf Bearbeiten. Metas Anleitung zum Ausschalten der Optimierungen beschreibt die Schalter. Schalte alles aus, was du nicht prüfen kannst: Textgenerierung und visuelle Nachbesserungen sind die üblichen Verdächtigen.
3. Für den Rest die Massenbearbeitung nutzen. Metas Massenbearbeitung für Advantage+ creative funktioniert, wenn die ausgewählten Anzeigen dasselbe Format haben. Gruppier nach Format, dann bearbeite.
4. Nach jedem Duplizieren oder Creative-Tausch erneut prüfen. Mehrere Agenturen berichten, dass empfohlene Optimierungen wieder aktiviert werden können, wenn du eine Anzeige duplizierst, ihr Format änderst oder die Medien austauschst. Mach das zum Teil deiner Launch-Checkliste, nicht zu einer einmaligen Aktion.
5. Die erweiterte Vorschau ansehen. Schau dir vor dem Veröffentlichen die Varianten an, die Meta ausspielen könnte. Wenn dir eine davon peinlich wäre, sollte die Einstellung dahinter aus sein.
6. In regulierten Branchen streng sein. Ich habe mit vielen Klinik-Werbetreibenden gearbeitet und viele abgelehnte Gesundheitsanzeigen repariert. Bei Gesundheit, Finanzen, Recht oder allem mit Vorher-nachher-Versprechen ist eine automatisch generierte Textzeile ein Risiko, das du nicht in jeder Version vorab sehen kannst. Dort würde ich die Textgenerierung ausgeschaltet lassen.
7. Deine verbundenen Tools auflisten. Nach den neuen Bedingungen haftest du auch für Software von Drittanbietern. Prüf in den Business-Einstellungen Apps, Partner und Systemnutzer mit Zugriff und entferne, was du nicht mehr nutzt.
8. Datierte Screenshots machen. Ein Screenshot deiner Einstellungen am Tag der Prüfung kostet nichts und hilft, falls du jemals nachweisen musst, was du ausgeschaltet hattest.
Für KI-Video-Creator: der Satz zum Wasserzeichen
Viele KI-Bild- und Video-Tools versehen ihre Ergebnisse inzwischen mit unsichtbaren Wasserzeichen oder C2PA Content Credentials. Der neue Satz besagt, dass du von KI erzeugte Wasserzeichen oder Metadaten zur Echtheitsprüfung „in connection with Content“ nicht verändern oder entfernen darfst. Aus der Formulierung geht nicht hervor, ob nur Markierungen aus Metas eigenen Tools gemeint sind oder jede KI-Markierung an Inhalten, die du hochlädst. Auf der sicheren Seite bist du mit der weiten Auslegung.
In der Praxis: Schick KI-Creatives nicht durch Tools, deren Zweck das Entfernen von Metadaten ist, und versuch nicht zu verschleiern, dass ein Video mit KI erstellt wurde. Wenn ich KI-Videos produziere, nutze ich je nach Einstellung verschiedene KI-Bild- und Videomodelle und schneide in CapCut. Bearbeiten und erneutes Exportieren kann die Metadaten einer Datei verändern; wenn dir Content Credentials wichtig sind, prüf also, was dein Export beibehält. Die Kennzeichnung ist ein eigenes Thema: Mein Artikel über KI-generierte Videoanzeigen auf Meta behandelt das „KI-Info“-Label und die Werberichtlinien.

Die Crawling-Klausel und warum Verlage protestiert haben
Die Klausel, die das Update verzögert hat, betrifft keine KI-Creatives. Sie erlaubt Meta, Domains zu crawlen, die mit deiner geschäftlichen Nutzung der Produkte verbunden sind. Laut Unite.ai bezeichnete die News/Media Alliance die Bedingungen als „outrageous and probably illegal“ (empörend und wahrscheinlich rechtswidrig), weil sie die Klausel so verstand, dass Meta die Websites von Verlagen crawlen darf. Meta erklärt laut mehreren Medien, die Crawling-Bedingungen gälten nur für seine Werbe- und Business-Produkte, änderten nichts daran, wie Meta Webcrawler einsetzt, und Website-Betreiber könnten den Crawler weiterhin per robots.txt blockieren.
Für Shopbetreiber ist die praktische Seite einfach: Meta kann Produktinformationen von deiner Website ziehen, und Funktionen wie Produkt-Browsing zeigen sie direkt in Facebook und Instagram an. Falsche Preise oder alte Lagerbestände auf deiner Website können so in deinen Anzeigen landen. Halte deinen Katalog und deine Produktseiten synchron.
Solltest du alles ausschalten?
Nein. Pauschales Abschalten wirft Funktionen weg, die funktionieren können, und Meta fügt ständig neue hinzu. Meine Regel richtet sich danach, was du prüfen kannst: Behalte, was du vor der Ausspielung sehen und freigeben kannst (Bild-zu-Video aus deinen eigenen Fotos, Formatanpassungen, die du in der Vorschau geprüft hast), schalte aus, was deine Aussagen umschreibt oder deine Bilder auf eine Weise verändert, die du nicht kontrollieren kannst, und prüf nach jeder Änderung erneut. Bewerte die Funktionen, die du behältst, dann anhand der Ergebnisse in deinen eigenen Shopdaten, nicht nur im Werbeanzeigenmanager.
Wenn jemand vor dem Black Friday deine Einstellungen im Werbeanzeigenmanager, dein Pixel und deine Conversions API durchgehen soll oder du KI-Video-Creatives brauchst, die für die Anzeigenprüfung gemacht sind, schau dir meine Leistungen an oder schreib mir.
FAQ
Ab wann gelten Metas aktualisierte Commercial Terms?
In Metas Vorschau der aktualisierten Commercial Terms steht „Effective November 20, 2026“, also gültig ab 20. November 2026. Mehrere Medien hatten zuerst den 30. Oktober 2026 gemeldet; laut Unite.ai hat Meta den Termin auf den 20. November verschoben, nachdem Verlage gegen die Crawling-Klausel protestiert hatten.
Was steht im neuen Abschnitt zu KI-Funktionen?
Dort steht, dass Meta Funktionen auf Basis von KI, maschinellem Lernen und generativer KI anbieten kann, die dir helfen, die Produkte zu nutzen, oder die Inhalte optimieren, verbessern oder erstellen, dass diese Funktionen „may make mistakes“ (Fehler machen können) und dass du allein für die Risiken und die entstehenden Inhalte verantwortlich bist. Außerdem darfst du Wasserzeichen oder Metadaten zur Echtheitsprüfung, die von KI im Zusammenhang mit Inhalten erzeugt wurden, weder verändern noch entfernen.
Bin ich auch für KI-Änderungen verantwortlich, die ich nie eingeschaltet habe?
Der Vorschautext beschränkt die Verantwortung nicht auf Funktionen, die du selbst gewählt hast. Die früheren Bedingungen für generative KI in Anzeigen galten laut Adweek und PPC Land, wenn Werbetreibende diese Tools „in your sole discretion“ (nach eigenem Ermessen) nutzten. Meta sagte gegenüber Adweek, es fasse bestehende Bedingungen zusammen und Werbetreibende könnten einzelne Advantage+ Funktionen ausschalten. Ich bin kein Anwalt; wenn das für dein Unternehmen wichtig ist, frag einen.
Wie schalte ich die Optimierungen von Advantage+ creative aus?
Pro Anzeige: Öffne die Anzeige im Werbeanzeigenmanager, geh zum Bereich Advantage+ creative, klick auf Bearbeiten, schalte die Optimierungen aus, die du nicht willst, und veröffentliche. Meta bietet außerdem eine Massenbearbeitung für Anzeigen im selben Format. Prüf erneut, nachdem du eine Anzeige duplizierst oder ihr Creative austauschst, denn laut Praxisberichten können empfohlene Optimierungen wieder aktiviert werden.
Sollte ich Metas KI-Creative-Funktionen gar nicht mehr nutzen?
Nicht pauschal. Behalte die Funktionen, deren Ergebnis du in der Vorschau sehen und freigeben kannst, etwa Videos aus deinen eigenen Bildern, und schalte automatische Text- und Bildänderungen in regulierten Branchen wie Gesundheit, Finanzen oder Rechtsberatung aus, wo eine einzige falsche Aussage zur Ablehnung einer Anzeige führen kann.


